Einen schönen Tag wünsche ich, Alan Holloway mein Name.
Manchmal frage ich mich, warum sich alle so gern das Leben schwer machen. Diskussionen, Streit, endlose Rechthaberei – für was? Ich habe gelernt, dass es einfacher ist, sich aus Dingen rauszuhalten, die sich sowieso von selbst klären. Und wenn sie sich nicht klären? Dann ist das eben so.
Ich leite ein Team in einem der größten Callcenter der Stadt. Zwanzig Leute, endlose Beschwerden, und trotzdem läuft der Laden nur, weil jemand wie ich den Überblick behält. Es gibt Dinge, die erledigt werden müssen, und ich sorge dafür, dass sie passieren. Ohne Drama, ohne überflüssige Diskussionen. Vielleicht bilde ich mir ein bisschen zu viel darauf ein – aber irgendwer muss den Karren ja ziehen.
Genau deswegen halte ich mich bei meiner Familie lieber raus. Marissa und June könnten seit Jahren den immer gleichen Streit führen, ohne auch nur einen Schritt weiterzukommen. Warum sollte ich mich dazwischenstellen? Ich habe gelernt, dass Menschen sich nicht ändern, nur weil man es ihnen sagt. Und was Lucas angeht… nun, er ist ein netter junger Mann. Dass er sich auch mal nach anderen schönen Augen umgesehen hat – na ja. Ich kann es ihm nicht vorwerfen. Ich bin nicht blind, und ich war auch nie ein Heiliger. Manchmal passieren Dinge, manchmal nicht. Aber nicht jede Entscheidung muss gleich das Ende der Welt bedeuten.